Beachvolleyball: Herrlich ehrlich

28.12.2021

Beachvolleyball: Herrlich ehrlich

Laura Ludwig strahlt eigentlich immer. Und sie ist immer geradeaus. Und deswegen sind Interviews mit ihr für uns immer tolle Gespräche, keine Frage-und-Antwort-Spielchen.

Für sie ist Tokio noch sehr präsent, gerade erst drei Monate her – wenn man das in Relation zu den fünf Jahren davor sieht, ist das nachvollziehbar. Seitdem macht sie voll auf Familie, holt nach, ein wenig Urlaub, doch leider war mindestens einer immer krank. Sie auch. Der Körper holt auch alles nach. Sie macht so voll auf Familie, dass sich langsam auch optisch ein Bruder vom Erstgeborenen ankündigt. So was von einem Wunschkind, alle sind mega-happy, aber auch die ersten Wochen der Schwangerschaft waren wohl kein großer Spaß. Inzwischen ist sie wieder 2- bis 3-mal die Woche im Beachcenter: „Techniktraining, Ball-Touch, Hand-/Augen-Koordination“, am Ball bleiben, im wahrsten Wortsinne. Denn zunächst hat natürlich der neue Zwerg das Zepter ein wenig in der Hand, heißt so viel wie: Im Privaten muss alles stimmen, der Kleine muss gesund sein, safe sein, das Familienkonstrukt muss stabil sein, sehr wichtig. „Ich zweifle auch mal, aber dann sehe ich Itapema (Anm.: Brasilien, Turnier), die Kolleginnen spielen, und ich habe sooo Lust und eine große Motivation, noch einen Turnus dranzuhängen. Beachvolleyball ist mein Lebensinhalt, auch im beruflichen Sinne“, erklärt sie, wie es ist. Weswegen die Frage, mit welcher Partnerin sie sich eine nächste Olympiade vorstellen kann, professionellerweise zwingend unbeantwortet bleibt. Konkretes gibt es nicht, „ich muss das alles auf mich zukommen lassen.“ Laura weiter: „Und eines weiß ich auch, ich werde nicht schneller, nicht stärker und auch nicht höher springen, dafür passiert aber im Kopf sehr viel.“ Und da geht es nämlich nicht nur um die sportlichen Erfahrungen, die sie dann zukünftig mitbringt, sondern auch um die mentale Stärke, das, was Kinder, eine funktionierende, liebendeFamilie,mit einem machen. „Und dann gehe ich natürlich auch davon aus, ist ja nun der Zweite, dass es einfacher werden könnte“ – (Gedankenpause) – „aber da kommt auch ein neuer Mensch, mit einem eigenen Kopf, man weiß ja nie“, lacht sie. Sie lacht immer viel, das ist gut.

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Fotos: Mirja Geh