Boxen: Zweigleisig

15.11.2021

Boxen: Zweigleisig

Ammar, er heißt jetzt wieder Ammar Riad Abduljabbar, „weil’s besser klingt“, wir würden sagen, weil es einfach sein Name ist, beeindruckt durch seine Gradlinigkeit.

Er, vor ganz kurzem noch in Tokio bei Olympia, traurig auf dem Rückflug, weil nur 5., („... ich wollte Gold ...“), ist jetzt Profi. Viel geredet, alle überzeugt, jetzt ist er Profi mit Amateur-Status, oder beides so ein bisschen. Wer Ammar kennt, beides volle Kante. Gerade hat er seinen ersten Profi-Kampf gewonnen, „sechs bis acht weitere Kämpfe werden es in den nächsten 12 Monaten noch“, sagt Coach Christian Morales. 

Die Idee, als Profi an den Start zu gehen, ist natürlich nicht neu, und die Rechnung ist ganz einfach: Die Profis boxen bis zu 12 Runden, „das ist Krieg“, sagt Ammar, Kampf bis zum Umfallen im wahrsten Wortsinne. Und das ist natürlich das, was die Menschen sehen wollen, heißt mehr Zuschauereinnahmen, besser zu vermarktende Medienrechte, um’s kurz zu machen: Kohle. Mehr Emotionen, mehr Begeisterung, und die Champions sind berühmt, da müssen wir wohl keine Namen nennen. Hingegen ist das olympische Boxen sehr technisch, schnell, geht über drei Runden, K. o. ist seltenst der Fall, gewonnen und verloren wird nach Punkten und Laune der Schiedsrichter. „Das ist sportlich wie der Vergleich von Sprint und Marathon“, sagt Ammar und ja, verstanden. „Ich kann beides“, ist klar. Davon hat er, zusammen mit seinem Coach und seinem Manager Dr. Heiko Hofstätter, in unzähligen Telefonaten den Deutschen Boxsport-Verband, die Bundeswehr, seinen Arbeitgeber, das TEAM HAMBURG etc. überzeugt, und alle haben zugestimmt. Wie man Ammar eigentlich auch nur zustimmen kann, so überzeugend, wie er sagt: „Es ist nicht die Frage, ob ich Weltmeister werde, es ist nur die Frage, wann.“ Klare Sache. 
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Fotos: Torsten Helmke