Eishockey: Aggressiver, aber nicht aggro

02.11.2021

Eishockey: Aggressiver, aber nicht aggro

Wir wollen Euch, die Saison lief gerade an, den neuen Trainer der Crocodiles vorstellen: Henry Thom.

Henry ist längst ein waschechter Norddeutscher, lebt in Timmendorf, wir lernen ihn in Farmsen kennen, in seinem Office, das war sicher kein Grund, nach Hamburg zu kommen. Da er seine Schulzeit in Kanada verbrachte, spielt er Eishockey, wie jeder Junge in Kanada das so macht. Nur, Henry war gut, war später selbst lange Profi, spielte zurück in Deutschland in verschiedenen Mannschaften, und immer wieder in Timmendorf. Nach Abschluss seiner aktiven Laufbahn blieb er als dort Aushilfstrainer hängen, startete seine Trainerlaufbahn, in Rostock und natürlich in Timmendorf, die damals einen kompletten Neu-Anfang hinlegen mussten. Er war dann auch sogar bei den Hamburg Freezers als Co-Trainer am Start, ging danach auch ins Ausland, zuletzt war er in Bayern, jetzt Farmsen. Da er in Hamburg schon lange alle handelnden Personen gut kennt, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit. So rein sportlich sollte und muss hier jetzt mal was passieren, seine Auffassung.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, in der Hamburger Politik kämpfen sie um eine neue Eishalle, da sollte es sportlich vielleicht einen größeren Schritt geben. „Ziele im Eishockey sind schwer zu formulieren“, sagt er, zu viele Einflussmöglichkeiten, „eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten“, aber wer im Sport an den Start geht, will gewinnen, da sind wir uns einig. „Unsere Mannschaft kann viel erreichen, wir sind gut aufgestellt, haben vier gute Teams“, sagt er, heißt: viermal drei Stürmer und zwei Verteidiger. Gut, aber nicht sehr gut? – lässt sich der Trainer wohl noch ein bisschen Luft nach oben und lacht. Er dreht nicht alles auf dem Eis auf links, dafür war der eingeschlagene Weg zu gut. Aber Henry will schneller: „Viel schneller, mehr Wechsel, gerade in der Verteidigung wollen wir schneller an den Mann, an die Scheibe, es wird deswegen einen Misch aus Overload und Zone geben“, erklärt er. Der Sturm ist gut aufgestellt, die Verteidigung kriegt ´ne neue Struktur. Overload steht für „Aggressivität“, klingt grimmig, er erklärt: „... im sportlichen Sinne. Wir rammen die Gegner jetzt nicht an die Bande, wir wollen aber mehr Zeit mit der Scheibe.“ Seinen Führungsstil beschreibt Henry als „kumpelig“. Mehr so Chefkumpel, würden wir denken, er lacht. „Wir reden viel, auch so privat, ich bin immer da, wenn was ist“, und er vergleicht das mit den lustigen Hundehaltern im Park, die mit der Flexi-Leine: „Die Leine ist lang, aber irgendwann ....“, schwupps, ist der Hund wieder bei Henry. Wir sind jetzt noch gespannter.  

 

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Fotos: Thorge Huter