Fußball: Hamburgs KICKING GIRLS!

21.06.2022

Fußball: Hamburgs KICKING GIRLS!

Wusstet Ihr, dass sich das wunderhübsche kleine Bundesland Hamburg zu einem der erfolgreichsten und nach Berlin größten Standorte für Mädchenfußball entwickelt hat?

Wir sprechen dazu mit Stefanie Basler (33), Sportwissenschaftlerin, DFB-Masterplan-Koordinatorin, A-Lizenz-Trainerin, ehemalige 2. Bundesliga-Spielerin. Sie leitet in Hamburg das strategisch ausgesprochen wichtige, gleichermaßen schöne Projekt KICKING GIRLS, das an 30 Standorten Mädchen an den Fußball herangeführt, mehr noch: „Im Grunde geht es uns im ersten Schritt sogar darum, die Mädchen überhaupt für Sport zu begeistern. Wir versuchen deswegen erstmal, Spaß an Bewegung allgemein zu vermitteln und Erlebnisse zu schaffen“, offensichtlich Erfolgserlebnisse. Geboten wird einmal wöchentlich ein Spielangebot im Rahmen der Nachmittagsbetreuung an 30 Hamburger Grundschulen, und zwar nur für Mädchen, 3. und 4. Klassen. Ca. 16. Mädels pro Standort, macht im Jahr 480 tipptopp Fußballerinnen? Stefanie freut sich: „Darum geht es uns im ersten Schritt gar nicht.“ Sie sagt: „Wir wollen natürlich einen Brückenschlag in den Verein aufzeigen, aber wenn die Mädels Freude an Bewegung haben, miteinander Spaß beim Fußballspielen haben, ist das auch ein toller Erfolg.“ Und Stefanie will ausdrücklich die soziale Komponente, Migrationshintergründe eigentlich gar nicht erwähnt wissen („Alles tolle Kinder!“), sie weiß: „Viele Kids haben nur nachmittags nichts auf dem Zettel, gerade für Mädchen gibt es deutlich weniger Fußball-Angebote, für die sind die KICKING GIRLS einfach klasse. Unser Angebot ist niedrigschwellig, rein fachlich geht es zunächst um die allgemeine Bewegungsförderung, und das im Rahmen eines Spiels – und Fußball begeistert in dem Alter doch alle Kids, so auch Mädchen, erst recht, weil die bei uns unter sich sind.“ 

Und: „Bei uns hat jede Spielerin Erfolgserlebnisse, schießt jedes Mädel mal ein Tor, wenn es sich nur traut, und das kriegen wir im Rahmen der Fußball-AG sehr gut hin.“ Sie erklärt: „Im geschützten Raum Schule ist es vielen Mädchen auch aus anderen Kulturkreisen eher möglich, in diesem Fall auch Fußball auszuprobieren.“ Paradebeispiel ist ein ehemaliges KICKING GIRL: Beyza Kara (19) aus Allermöhe. Sie war Jugendspielerin des Jahres 2020 in Hamburg, spielt inzwischen beim HSV bei den 1. Damen UND im türkischen Nationalteam. Beyza Kara sagt über ihre Anfänge als Fußballerin: „Durch das HFV-Projekt KICKING GIRLS bin ich zum Fußball gekommen!“ Schönes Ding.

Unterstützt von: Hamburger Fußball-Verband

Fotos: HFV