Fußball: Sehr beeindruckend!

17.11.2022

Fußball: Sehr beeindruckend!

... sind die Freunde vom KS Polonia. KS steht für Klub Sportowy, die Macher: zweimal Manfred, Itzen (2. Vorsitzender) und Wolny (1. Vorsitzender), zweimal Manni.

Ihr Klub: ein kleiner Unterkunft-/Geräte-Container mit Licht irgendwo in Barmbek, seit vier Wochen gibt es sogar Flutlicht. Der KS besteht eigentlich nur aus zwei Herrenmannschaften, die beide am Punktspielbetrieb teilnehmen. Vielmehr geht es hier um Heimat, Zusammensein, auch um Bewegung, weniger aber um Gewinnen. Nun ist Manfred Itzen mit einer Ukrainerin verheiratet, es gibt noch viele private Kontakte in die Ukraine, schließlich „ist die Ukraine das Nachbarland Polens, wir sind uns sehr ähnlich, nicht nur die Sprachen“, erklärt Manni den Grund für das, was jetzt kommt. Auf dem Platz wuselt es nämlich nur so, denn zig Kids spielen Fußball. Die Jungs kommen alle aus der Ukraine, über 80(!!!) sind es inzwischen, die von dem gesamten Verein betreut, trainiert, unterstützt werden. „Irgendwie haben wir uns, als der Krieg losging, gar nicht die Frage gestellt, ob, sondern nur, wie. Und dann haben wir einfach angefangen, Familien da rauszuholen, das war uns allen eine Herzensangelegenheit.“ In der Regel kamen nur Mütter mit ihren Kindern, die Väter aller gerade neben uns Fussi-spielenden Jungs sind aktuell im Krieg, beschützen ihre Heimat. Nicht vorstellbar. Manni, im echten Leben Controller, beschreibt sehr sensibel: „Die Kids sind vielfach traumatisiert, kommen teilweise aus den echten Kriegsgebieten wie Charkiw. Sie haben schlimme Dinge gesehen, haben Angst um ihre Väter, ihre Familien.“ Er weiter: „Ein paar Jungs wissen jetzt schon, dass sie keine Heimat mehr haben, das Haus weggebombt, die müssen und wollen hierbleiben“, und uns stockt der Atem.
„Hier ist Ablenkung pur“, sagt Manni. Alle ukrainischen Sportler sind beitragsbefreit, das stemmt der KS. Gibt es Zuschüsse? „Nein, das machen wir.“ So einfach ist das, und allein die Fahrtkosten für eine Fußballmannschaft mit Auswärtsspielen läppern sich. Die Kids leben mit ihren Familien vielfach noch in Notunterkünften, manchmal in einem der freigeräumten Hotels, wenige in eigenen Wohnungen; alle gehen zur Schule und lernen rasend schnell Deutsch. Training, Abschalten ist mindestens zweimal die Woche. Die beiden Mannis sind die echten Knaller, denken sogar weiter, Polonia hat es gepackt: „Wir wollen noch mehr“, sagen sie, „das ist notwendig.“ NOTwendig. „Wir wollen Integration durch Sport vorantreiben, mehr Nationen, bunter: One world, One team“ – und wir sind beeindruckt. Deswegen hier an dieser Stelle: Wer Freude hat, zu helfen, wendet sich gern an:info@sporting-magazin.de

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Die beiden Mannis: Manfred Itzen (li.) und Manfred Wolny Foto: sporting hamburg

Preisverleihung Integrationspreis 2022 Foto: privat