Geht doch!

26.10.2020

Geht doch!

Geht los, das sagt sich so leicht, ist es aber auch, ehrlich gesagt:

Seit Jahren walken sie nämlich schon regelmäßig durch das Niendorfer Gehege, mit Stöcken, also Nordic Walking. „Diese Gruppe am Montagmorgen ist sehr gut frequentiert, es sind immer mindestens 20 Sportler am Start“, sagt Stefanie Kohlmorgen vom Niendorfer TSV, die dieses Angebot organisiert, „Bewegung in der frischen Luft ist halt einfach gut und gesund.“ Auch – und vielleicht gerade – im beginnenden Herbst. Und insbesondere in Coronazeiten. Jede*r kann beim Walken Abstand halten, und das Virus findet frische Luft zum Weiterverbreiten ja nicht soooo toll. Also spricht überhaupt gar nichts dagegen, den guten Vorsatz „mehr Sport“ nun endlich umzusetzen. „Der Einstieg ist einfach“, sagt Stefanie. 

Also macht einfach. Ihr wollt es doch auch. Auch wenn sich in diesem Jahr zum inneren Schweinehund natürlich leider auch die berechtigte Corona-Sorge dazugesellte. „Wir mussten einige geplante Nordic Walking-Kurse absagen“, erzählt Stefanie vom NTSV, „manche Menschen trauen sich nicht.“ 

Dabei ist (Nordic) Walking wirklich ideal. „Und es ist sehr gut auch für Untrainierte“, sagt Professor Rüdiger Reer, Leiter der Abteilung Sport- und Bewegungsmedizin an der Universität Hamburg. Ob Senior*innen oder Kinder, jede*r kann es machen. Die kontinuierliche Bewegung stärkt das Herz-Kreislaufsystem und den Stoffwechsel, ist gut für Muskulatur und Knochen und beugt so Osteoporose vor. 

Ein Vorteil ist, dass jeder in dieser eher niederschwelligen Sportart für sich das richtige Maß finden kann, die individuell richtige Belastungsintensität. Man kann eine Überlastung damit sehr gut vermeiden.

Rüdiger Reer

Leiter der Abteilung Sport- und Bewegungsmedizin an der Universität Hamburg

Die Sportwissenschaftlerin und Trainerin Nina Westphal bietet unter dem Motto „beWEGung – für mehr Gesundheit“ einige Kurse im Stadtpark an. Sie hat zahlreiche Stammkund*innen, musste aber feststellen, dass Neue in diesem Sommer leider eher ausblieben: „Das war für eine Selbstständige schon hart.“ Bei Wind und Wetter wird gewalkt, Regen ist in HH keine Entschuldigung: „Wir sind ja nicht aus Zucker.“ Schon nach relativ kurzer Zeit wird jede*r Walker*in merken, heute geht mehr. Ich schaffe eine längere Strecke, ich halte länger durch. So  können auch wenig Trainierte in einen Bereich kommen, „wo die Belastung hoch genug ist, dass der Körper Glückshormone ausstößt“. Wer will das nicht, hallo? Und Sportwissenschaftler Reer hat noch ein ganz starkes Argument: „Überflüssige Pfunde purzeln, bei einem Tempo von beispielsweise sechs Kilometern pro Stunde sind dies in 60 Minuten circa 400 kcal.“ Auch ein Argument, erst recht, wenn man beim Einkaufen schon an den Spekulatius-Türmen vorbei muss. Räusper.

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Fotos: Nina Westphal (bewegung-hamburg.de)