Handball: Auf - richtig! ...

25.04.2022

Handball: Auf - richtig! ...

Finn Wullenweber ist mit 12 Jahren in seiner Mannschaft der Spieler mit der längsten HSVH-Vergangenheit, und er ist wahnsinnig ehrlich, bodenständig, aufrichtig, you name it.

„Großes Getöse wird von mir nicht kommen, das bin ich nicht. Zurückhaltend sage ich, andere sagen schüchtern – ich muss nicht im Mittelpunkt stehen.“ Er glaubt absolut an den Klassenerhalt, eher sogar Mittelfeld. „Wir wissen, was wir können, hatten tatsächlich auch ein paar dicke Brocken in Serie, das wird schon, wir bleiben, aber auch ich muss unbedingt diese Saison noch abliefern“, sagt er selbstkritisch, zu viele Ausfälle durch Krankheit, das nervt ihn. Warum? Weil das sein Anspruch, sein Job ist, und weil er den liebt, wie er sagt. Seine eigene Messlatte legt er sich sehr hoch. „Ich denke zu viel nach, mache mir viele Gedanken“, wir finden aber, ein 2. Mal Corona zu kriegen, das ist dann nun aber auch ein Scheiß-Pech. Seine Stärken im Rückraum sind ihm bewusst: „Der harte Wurf, zur Not auch aus 9 Metern, Zweikämpfe, ich bin sehr flexibel“, sagt er. „Und für meine Größe“, er ist  197 cm groß, „bin ich sehr schnell.“

Finn spielt, seitdem er vier ist, seine ganze Familie spielt, die Mutter war auch eine toughe Werferin. Gestartet in Ashausen bei Stelle, bei Maschen, bei Hamburg, landete er nach einem der damals üblichen Try-outs beim HSVH, dem von damals, dem von vor der Krise, in der C-Jugend. Dann Stammspieler in der A-Jugend-Bundesliga, half früh schon bei den 2. Herren aus, die dann während des Umbruchs unbedingt noch in die 3. Liga aufsteigen mussten. Das glückte, er hat das alles miterlebt, von der 4. in die 1. Liga. „Das fühlt sich manchmal immer noch komisch an“, sagt er bescheiden, „damals erschien mir die Erstliga-Mannschaft so weit weg.“ Nun ist er selber Erstligist, studiert nebenbei Sportwissenschaften hier an der Uni, startet demnächst in die Bachelor-Phase, baut sich selbst ein wenig Sozialdruck auf. „Dass aktuell mein Hobby auch mein Beruf ist, ist ein großes Privileg“, empfindet er und klingt dankbar, erst recht, weil er noch ein paar Jahre hat, am liebsten beim HSVH, will diese außergewöhnliche Geschichte gern weiter erzählen.

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Fotos: Thorge Huter