Motorsport: Ohne Lappen!

14.01.2021

Motorsport: Ohne Lappen!

Hamburgs wohl schnellster Autofahrer hat keinen Führerschein. Krass: Mit bis zu 240 Sachen rast Tim Tramnitz über die Rennstrecken dieser Welt – und ist kein Poser.

Der Bergedorfer Tim, gerade erst 16 geworden, gilt als eines der größten Motorsporttalente Deutschlands. Seine erste Saison in der Nachwuchsklasse Formel 4 hat er im letzten Jahr mit einem Rennsieg und vier zweiten Plätzen als Rookie of the Year abgeschlossen. In der Gesamtwertung belegte er sogar Platz vier. „Ich bin echt happy. Das ist mehr, als ich mir von meiner ersten Saison erhofft hatte“, strahlte er. 

Der Junge hat es richtig drauf, ist aber auch richtig früh mit dem Motorsport sozusagen gestartet. Schon mit fünf Jahren hat er nämlich ein Quad geschenkt bekommen, und mit sechs hat er im ADAC Ortsklub Bergedorf bereits seine ersten Runden im Slalomkart gedreht. Seinen ersten eigenen Rundstreckenkart hat er mit acht bekommen und ist damit begeistert über die Kartbahn in Bispingen geknattert. „Ich glaube, das ist wie in jedem Sport: Je eher man anfängt, desto besser“, meint Tim. Und er hatte das Glück, dass sein Vater Jürgen ein Faible für Autos und Motoren hat. Der Bergedorfer Unternehmer hat sich mit einer Werkstatt für „Oldies“ im Sommer einen eigenen Traum verwirklicht. 

Karts sind der klassische Einstieg in das Rennsportgeschäft. Praktisch alle erfolgreichen Formel-1-Fahrer haben im Kart begonnen. Vor dieser Saison stieg Tim für das Team „US Racing“ von Ralf Schumacher in die Formel 4 ein, die Nachwuchsrennklasse. Nun ist es in diesen Klassen nicht so, dass die Fahrer schon wer weiß wie viel Kohle einfahren. Eher das Gegenteil ist der Fall: Du musst Dich für die Leistungen bei einem Rennteam im Grunde einkaufen. So ein Formel-4-Auto kostet bummelige 55.000 Euro. Tim hat zwar Sponsoren und wird von der ADAC Stiftung Motorsport gefördert, dennoch sagt er: „Man selbst verdient praktisch nichts daran.“ Das kommt erst später, wenn der Erfolg so weitergeht. Immerhin hat er durch die erfolgreiche Saison im vergangenen Jahr seine Verhandlungsposition verbessert. In diesem Jahr soll es für ihn, für das Team um den Gesamtsieg gehen, „das ist klar unser Ziel“. Und langfristig, fragen wir Tim und kennen aber eigentlich die Antwort bereits. „Mein Traum ist natürlich die Formel 1. Aber ich muss halt von Jahr zu Jahr gucken,“ sagt er. Wir gucken natürlich mit, voller Spannung, was da noch passiert. Und spätestens in der Formel 1 hat er dann auch bestimmt seinen Führerschein. 

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Fotos: Tramnitz