Segeln: Dauergrinsen

22.12.2022

Segeln: Dauergrinsen

Klaus Lahme, Clubmanager beim Norddeutschen Regatta Verein, Chef des NRV Olympic Teams und der Segel-Bundesliga-Crew, kommt aktuell aus dem Grinsen nicht mehr heraus.

Im NRV brennt die Hütte, im Positiven, weswegen wir unbedingt mit Clubmanager Klaus Lahme sprechen mussten, denn der zündelt da rum, im Positiven.Erstmals in der Geschichte der Deutschen Segel-Bundesliga gelang es einer Crew, einem Verein vielmehr, das TRIPLE zu holen: Sieger der nationalen Segel-Bundesliga, Sieger der Sailing Champions League (wir berichteten) und zu besterletzt auch noch der Pokal. Gruß an den FC Bayern, wir können das auch. Dazu, im Grunde fast zeitgleich, wurden zwei weitere Crews und Segelkamerad:innen der Liga-Freaks Weltmeister in ihren Klassen, die da sogar olympisch sind: Zum einen siegten Luise Wanser und Philipp Autenrieth in ihrem 470er in Israel und ihre Vereinskamerad:innen und Sparringspartner:innen Anastasiya und Malte Winkel wurden großartigerweise Sechste. Zum anderen wurde kurz zuvor Surfer Sebastian Kördel vor seinen zwei holländischen Erzrivalen Luuc Van Opzeeland und Huig Jan Tak knapp, aber sensationellerweise Weltmeister. Das ist umso beindruckender, als dass es ganze 20 Jahre lang keinen deutschen Senioren-Weltmeister in einer olympischen Klasse gab. Also darf Klaus Lahme grinsen. „Mein Bauch sagt mir, dass keinem Verein in Deutschland in diesem Jahr so etwas geglückt ist. Oder in der Welt?“ Diese Erfolge sind Ergebnis einer sehr konsequenten Spitzensportförderung beim Norddeutschen Regatta Verein, die im Segelsport, wohl auch in Sport-Deutschland, ihresgleichen sucht. „Zusätzlich zu den sehr guten Maßnahmen des Deutschen Segler-Verbands bieten wir breitesten Support in vielen Belangen wie Material, Know-how durch Seminare etc., aber auch Reisen, logistischen Support, wenn nötig. Wir wollen, dass unsere Sportler:innen nicht on top noch jobben müssen, um ihr Leben zu finanzieren, denn die meisten studieren ja sogar noch nebenbei“, erklärt Klaus Lahme das Förderkonstrukt. Er merkt an: „Die gesamten Mittel werden uns privat zur Verfügung gestellt. Mäzene, Sponsoren machen das möglich“, die Club-Mitglieder selbst zahlen für den Spitzensport nichts, freuen sich aber sehr. Die internationale Segelszene hat an der Spitze meistens echte Profis. „Das ist in Deutschland so nicht möglich, also versuchen wir das ein wenig anders zu lösen.“ Und auch wenn er nicht weiß, welchen Anteil diese Prämien an den aktuellen Erfolgen haben, der Run auf den NRV ist groß. „Wir haben viele Bewerbungen anderer ambitionierter Segler:innen, 90 % müssen wir ablehnen.“ Mehr dazu und zu den Erfolgen der Bundesliga-Segler*innen lest Ihr bei sporting hamburg.

 

Fotocredit: Sven Jürgensen, DSV/ Felix Diemer

Fotocredit: Lars Wehrmann

Fotocredit: DSV/ Felix Diemer